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Erster SPD-Landesparteitag Sachsen nach 1945

"Die KPD war während des gesamten Zeitraums nicht in der Lage, die Mitgliederzahlen der SPD zu übertreffen. Erst durch das Ausschalten der Sozialdemokratie konnten sich die Kommunisten in der SED zur stärksten politischen Kraft der SBZ entwickeln. Deshalb ist die Gründung der SED in Sachsen, trotz anfänglich großer Bereitschaft zur Zusammenarbeit, als Zwangsvereinigung zu kennzeichnen." Hans Modrow (ehemaliger 1. Sekretär der Bezirksleitung der SED im Bezirk Dresden)

Der erste SPD-Landesparteitag nach dem 2. Weltkrieg im Gasthof „Goldener Löwe“ in  Freital am 5.-7. Oktober 1945 bestimmte Otto Buchwitz als Vorsitzenden. Er war ein Befürworter des Zusammenschlusses von SPD und KPD zur SED und betrieb den Zusammenschluss in der SPD Sachsen aktiv. Auf dem Landesparteitag hatten die anwesenden Besatzungsoffiziere Kritik an der Politik der KPD unterbunden und Buchwitz als Landesvorsitzenden durchgesetzt. Eines der wichtigsten Konfliktfelder zwischen SPD und KPD war die kommunistische Personalpolitik in den Verwaltungen. Dadurch spitzte sich das Verhältnis beider Parteien zu.  

Am 6. April 1946 fand dann der zweite und letzte Landesparteitag der SPD Sachsen in Dresden statt. 

Bis 1989 bestand nun keine Aussicht auf eine Wiederzulassung der SPD in Sachsen mehr. Die ursprünglich vereinbarte Parität zwischen SPD und KPD-Funktionären in der SED wurde schon bald aufgegeben. Eine Vielzahl von sächsischen Sozialdemokraten fielen den folgenden Säuberungen zum Opfer oder mussten in den Westen fliehen. 

Der geschäftsführende Vorstand der Reste der sächsischen SPD nach dem zweiten Weltkrieg bestand aus Arno HaufeWalter Leipert(Kassierer), Clemens DölitzschFelix Kaden (Sekretär). Der engere Vorstand umfasste noch Arno HennigGerhard FörsterPaul Gärtner, der erweiterte Vorstand: je zwei Vertreter der Bezirke Dresden, Chemnitz, Zwickau, Leipzig und Görlitz. 


Literatur

 

Donth, Stefan, Die Gründung der SED in Sachsen, Magisterarbeit (1995) „Die sächsische KPD1945/46“, Historisches Seminar der Universität Leipzig

 

Die Partei der Diktaturdurchsetzung. KPD/SED in Sachsen 1945 1952. (Schriften des Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung, Band 21) Gebundene Ausgabe – 1. Januar 2002 

 

Franz WalterTobias Dürr, Klaus Schmidtke: Die SPD in Sachsen und Thüringen zwischen Hochburg und Diaspora: Untersuchungen auf lokaler Ebene vom Kaiserreich bis zur Gegenwart (= Veröffentlichungen des Instituts für Sozialgeschichte e.V.). Dietz, Bonn 1993, ISBN 3-8012-4039-8.


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